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Kulturverein Kunst, Konflikte und Utopien

Film + Diskussion

Film über Menschen- und Naturrechtsverletzungen im Globalen Süden

Filmabend und Diskussion mit Menschenrechtsverteidiger:innen

Dokumentation „Retratos de resistencia - Umweltgerechtigkeitskämpfe in Kolumbien"

Anschließende Diskussion mit Saida Garcia und Aceneth Castro (Umweltaktivistinnen aus Kolumbien)

Referentinnen: 

  • Daniela Vasquez
  • Juliane Müller
  • Natalia Fomina

25.02.2022 von 17-20 Uhr

Ort: Leo, Kultur und Kneipenkollektiv in Münster
Teilnehmer*innenzahl: 20

Um dich anzumelden, schicke eine E-Mail mit deinem Namen und dem Betreff "Film" an anmeldung@b-side.ms

Thema des Abends:

Wir befinden uns in einem globalen Kampf gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und dieser Kampf wird weltweit geführt. Die Auswirkungen sind überall auf andere Art und Weise zu spüren, doch um wirksam zu werden, müssen wir unsere Kämpfe miteinander verbinden. Vor Ort und transnational. Wir (die Referentinnen) sind eine kleine Gruppe, die in Dresden wohnt oder gewohnt hat und sich aus verschiedenen Teilen der Welt als Kollektiv gefunden hat, um Wissen aus sozio-ökologischen Widerstandsbewegungen in Bildungsveranstaltungen zu teilen und widerstandsfähige Netzwerke aufzubauen. Die letzten anderthalb Jahre haben wir angefangen, zusammen mit dem Colectivo Proterra aus Bogotá, Kolumbien, unsere Arbeit für eine sozio-ökologische Zukunftsperspektive zu verbinden. Mit unserem Projekt "Tejiendo Paz" [dt: Frieden weben] konnten wir die Kämpfe verschiedener sozialer Anführer*innen aus Kolumbien (Afrokolumbianer*innen, Bäuer*innen, Indigene, Fischer*innen, Urbanistxs) für inklusive und nachhaltige Territorien kennenlernen, Strategien und Perspektiven austauschen und viel von- und miteinander lernen.

Dieses Wissen wollen wir nicht für uns behalten, sondern möchten es gerne mit euch teilen und euch mit ins Netz holen. Im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit Colectivo Proterra hat Bernardo Restrepo die Dokumentation RETRATOS DE RESISTENCIA [dt: „Bilder des Widerstands“] produziert, die wir euch gerne zeigen und anschließend in ein Gespräch mit euch darüber kommen wollen.

RETRATOS DE RESISTENCIA ist eine Reise durch fünf Territorien in Kolumbien, die die Kämpfe der sozialen Anführer*innen außerhalb der urbanen Ballungszentren um die Verteidigung ihrer Territorien und für die Existenz ihrer Lebensform erzählt. Durch die Magie der lebendigen Biodiversität ihrer Territorien und die Kraft ihrer Stimmen erzählt dieser Dokumentarfilm von der Stärke, der Hoffnung, den Träumen und den kollektiven Aktionen von fünf Gemeinden, die sich organisiert haben, um sich den sozio-ökologischen Konflikten in ihren Gebieten zu stellen.
Das alles passiert in einem Kolumbien, das von Krieg, Drogenhandel und einem
Ausbeutungsmodell verdunkelt ist; das sich gegen das Leben, die natürliche und kulturelle Vielfalt richtet. Doch durch die Geschichte und Gegenwart der Globalisierung hört dieser Konflikt nicht an den nationalen Grenzen Kolumbiens auf...

Zum Hintergrund:
Konflikte um Landbesitz sind eine Konstante in der Geschichte Kolumbiens und somit einer der Gründe für Gewalt, die viele Bewohner*innen erleben. Besonders in ländlichen Regionen, wo die Regierung sich stark zurückhält, sind die lokalen Communities und ihre sozialen Anführer*innen häufig machtlos gegenüber den ökonomischen und politischen Interessen externer Akteur*innen, die sich durch die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen bereichern wollen. Allein im Jahr 2020 wurden mehr als 300 soziale Anführer*innen aus verschiedenen sozialen Gruppen (Indigene, Afrokolumbianer*innen, Bäuer*innen und Stadtbevölkerung) ermordet. Hauptsächlich, weil sie sich der Ausbeutung ihrer Territorien
und dem daraus folgenden Zerfall ihrer Kultur zur Wehr setzen. Verlässliche Unterstützung, Schutz oder Rechtsprechung durch den Staat gibt es keine.

In unserem Projekt war es das Ziel, einen Raum zu schaffen, in dem verschiedene soziale Anführer*innen in Austausch treten können und neue Strategien entwickeln, wie sie gemeinsam Frieden in immer nachhaltigeren und inklusiveren Territorien etablieren können. Gleichzeitig möchten wir diese Realitäten für die internationale Öffentlichkeit sichtbar machen, mit dem Ziel, neue Kooperationen zu schaffen, die eine kontinuierliche Verbesserung der Lebensqualität dieser interkulturellen, marginalisierten Gruppen
Kolumbiens erreichen.

LINK ZU DEM TRAILER: https://vimeo.com/639506500 

Über die Referentinnen:

Daniela Vasquez, studiert Politikwissenschaften an der Universität Innsbruck, kommt aus Kolumbien und wohnt seit fünf Jahren in Deutschland. Sie beschäftigt sich mit Themen über soziale Bewegungen, Widerstände und Feminismus vor allem in Lateinamerika. Sie ist Aktivisten beim Kollektiv Ventana al sur und Cambio e.V., darüber hinaus arbeitet mit vielen autonomen Gruppen und Gemeinden in Kolumbien zusammen. 

Juliane Müller, studiert Politikwissenschaft und Ökonomie und ist seit fünf Jahren mit CAMBIO e.V. aktiv in der politischen Bildungsarbeit zu transformativem Lernen, Globaler Gerechtigkeit und Nachhaltigkeitsbewegungen. Mit dem Projekt Tejiendo Paz hat CAMBIO einen Schritt zur transnationalen Vernetzung seiner sozial-ökologischen Bildung angegangen und möchte damit dekoloniale Praktiken, Vernetzungspunkte und Wissen weiter in die deutsche Transformationsdebatte einbringen.

Natalia Fomina, studiert Philosophie, Politikwissenschaft und Gender Studies in Dresden und Berlin und ist insbesondere an der Intersektion von feministischer, postkolonialer und kritischer Theorie interessiert. Sie ist in diversen feministischen, migrantischen und systemkritischen Initiativen aktiv, um die theoretische Arbeit mit einem aktiven Wandel zu verbinden. Im Rahmen eines Forschungsprojekts, welches in das Projekt Tejiendo Paz zwischen Cambio e.V. und Colectivo Proterra eingebettet ist, war sie zwei Montate in Kolumbien unterwegs, um das Verständnis von Territorium aus der Sicht kolumbianischer Indigener und Sozialer Leader einzufangen. 

Über die Umweltaktivistinnen aus Kolumbien:

Saida Garcia Manjarrez, ist eine Vertreterin der Organisation GEA, einer Gruppe ehemaliger Sägewerker aus der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens. Im Wesentlichen widmen sie sich gemeinsam mit lokalen und ethnischen Gemeinschaften und Institutionen dem Schutz der Sierra Nevada.  Ebenso fördern sie die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Pflege der natürlichen Ressourcen, aber auch die Stärkung der Gemeinschaften, der Wertschätzung der Umwelt und dem Gefühl der Zugehörigkeit. 

Aceneth Castro, ist Bäuerin und Lehrerin im ländlichen Gebiet von Meta, Kolumbien. Ihre Eltern mussten, aufgrund des Internen Konflikt in die Region La Macarena, Meta fliehen. Sie hat sich in sozialen und ökologischen Bewegungen in Meta und Caqueta hervorgetan, indem sie aktiv an Demonstrationen gegen multinationale Rohstoffkonzerne teilnahm und die Bürger*innen Befragung: "Nein zum Erdöl" im Jahr 2017 gefördert hat. Zusammen mit anderen Frauen gründete sie den Verein „Frauenvereinigung für Frieden und Souveränität in den Macarena-Bergkette“ (asomacarena) und ist derzeit Kandidatin für das Bundeslands Meta.

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