Die Anfänge der B-Side

Die wasserseitigen Räumlichkeiten des Hill-Speichers wurden seit 2003 als günstige Arbeitsräumlichkeiten angemietet und schrittweise ausgebaut. Kreative fanden hier einen bezahlbaren Arbeitsplatz, so wie ein inspirierendes Speichergebäude mit weitläufigen Freiflächen.

Die B-Side als F R E I raum

Die aufgrund ihrer schlechten Belichtung weitestgehend ungenutzten Flächen im Erdgeschoss wurden auf Initiative einer Mieterin im Jahr 2011 zum ersten Male im Rahmen einer kleinen Ausstellung geöffnet — die „B-Side“ war geboren. Die Resonanz war gut, so dass weitere Künstlerinnen und Künstler an die B-Side herantraten, um dort auszustellen.

Stets echt, direkt, nah dran, selbst organisiert, im Herzen der Stadt und von der lokalen freien Szene in Selbiges geschlossen, konnte sich so ein Freiraum für Kultur, Kunst, Musik, Theater, Performance, Begegnungen und Austausch entwickeln. Der Mix an Kunstformen und der raue, unfertige Charme des Speichergebäudes mit seinen verwinkelten Kühlräumen im Erdgeschoss erlaubten Kunst zum Erfahren und Erleben, nicht nur zum Anschauen.

theaterundperformance

Einblicke in die Ausstellung Raumformen, vom 14. bis 23. November 2014:

Zwischennutzung… und dann?

Doch die B-Side als kultureller Freiraum hatte von vornherein ein Verfallsdatum: der Ende 2016 auslaufende Erbpachtvertrag. Zeitgleich mit dem ähnlich eigentumsrechtlich bedingten Umbau der benachbarten Hafengrundstücke kam also nun die Frage auf, ob es eine Zukunft für die B-Side an diesem Ort geben könne. Die Stadtwerke wollten die Liegenschaft veräussern, der Ruderverein Münster von 1882 e.V. plante mit einem Investor, den Bestand aus den 50er Jahren abzureissen und ein Bootshaus sowie Büroflächen teils neu zu errichten.

Im Herbst 2015 starteten Freund*innen der B-Side also zunächst im kleinen Kreis, ein zukunftsfähiges Konzept für die B-Side zu entwickeln. Nach viel Arbeit, ersten Kontakten zur Stadt Münster und zur Politik, sowie Zuwachs im Team fand am 12/13/14. Februar 2016 die Ausstellung „Let it B-Side“ statt, in welcher ein Konzept zur weiteren Nutzung des Hill-Speichers der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Aufgrund einer überragenden Resonanz in der Bürgerschaft, sowie der Überzeugung in der Politik diesem Projekt eine Chance zu geben, wurde am 17. Februar 2016 der Wille zu einer dualen Nutzung des Hill-Speichers durch die B-Side und den Ruderverein in einem Ratsbeschluss festgehalten. Die Verwaltung wurde beauftragt, mit beiden Parteien ein tragfähiges Raum- und Finanzierungskonzept zu erarbeiten. Der entscheidende Ratsbeschluss soll Ende 2016 gefasst werden.

„Beaser“ zur Ausstellung „Let it B-Side“ vom 12. bis 14. Februar 2016:

Seitdem wächst und professionalisiert sich das Team der B-Side ständig und akkumuliert tausende von ehrenamtlichen Stunden. Neben den organisatorischen, architektonischen, juristischen, wirtschaftlichen und kommunikativen Kernaufgaben rund um den Erhalt des Gebäudes erweitert sich die Öffentlichkeitsarbeit des Teams in verschiedene Spektren und beteiligt die Bürgerschaft rund um ein dezentral organisiertes Festival.

 

Weiterlesen: „Der Hafen Münster im Umbruch“

 

Links:
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