Für das Hafenviertel, für die Kreativen

Bedarfe des Viertels

Die Bewohner*innen und Freund*innen des Hansa- und Hafenviertels sehnen sich nach Orten, in welchen sie ihren Kiez leben können: So wurde in der Bilanz des Hafenforums der Wunsch der beteiligten Bürger*innen festgehalten, am Südkai ein „sozio-kulturelles Zentrum, kreatives, ökologisches [und] innovatives Gewerbe“ zu schaffen. Der Wunsch nach einem sozio-kulturellen Zentrum spiegelt sich in dem Wunsch, Begegnungsräume fernab von Konsum zu schaffen, gemeinsam aktiv und produktiv ein Zusammenleben im Viertel zu gestalten. Die B-Side als Bottom- Up-Modell kann auf Impulse aus der Bürgerschaft reagieren und sieht sich als Inkubator für Ideen. Bereits der erste Aufruf zum dezentral, in Ladenlokalen rund um den Hansaring stattfindenden B-Side Festival 2016 stieß augenblicklich auf Begeisterung, Unterstützung und selbst eingebrachte Vorschläge zur weiteren Gestaltung. Dies ist eine Dynamik, welche wir weiter verfolgen und ausbauen möchten.

bilanz_hafenforum

„Veranstaltungen, für die ein Konfliktpotential ausgemacht wurde, könnten auf die Südseite des Hafenbeckens verlegt werden.“
„Etabliert werden könnten auf der Südseite ein sozio-kulturelles Zentrum sowie kreatives, ökologisches und innovatives Gewerbe“
Vgl. S. 13 der Bilanz des Hafenforums (2011)

Bedarfe der Kreativen

Münster bildet als Universitätsstadt jährlich viele junge Kreative aus. Aber was passiert mit diesen vielen motivierten Menschen, welche Universität, Kunstakademie, Fachhochschule und Betriebe Jahr für Jahr verlassen? Wie können sie mit ihren Ideen in Münster gehalten werden? Attraktive Atelier- und Gewerbeflächen für GründerInnen und Absolventen des kreativen Spektrums gibt es kaum. Zentrumsnah? Bezahlbar? Austausch mit anderen? Fehlanzeige. Auch die aktuelle Studie über die Arbeits- und Lebensbedingungen von Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen in NRW, in Auftrag gegeben durch ecce* und in Abstimmung mit dem MFKJKS**, sieht einen hohen Bedarf an bezahlbaren Arbeitsräumen sowie Ausstellungsorten:

Bedarfe an bezahlbaren Arbeitsräumen sowie Ausstellungsorten in ausreichender Anzahl, Größe und Qualität decken.
NRW punktet mit einer Experimentierkultur für Künstlerinnen, Künstler und Kreative, bietet jedoch zu wenig geeignete Arbeitsräume. Rund drei Viertel der Befragten schätzen sowohl das Angebot an Arbeitsräumen in attraktiven Lagen als auch das jeweilige Preisniveau für die vorhandenen Arbeitsräume als schlecht bis sehr schlecht ein. Hier besteht der Bedarf bezahlbare Arbeitsräume in ausreichender Anzahl, Größe und Qualität vorzuhalten. Der Bedarf richtet sich sowohl nach Räumlichkeiten für die Schaffung von Kunst und Kultur als auch zur Präsentation der Werke sowie räumlichen Möglichkeiten, um mit Kundinnen und Kunden sowie Akteurinnen und Akteuren der Kultur- und Kreativszene in den Austausch zu treten. ***

Mehr als andere Berufe benötigen Kreative in der Sebstständigkeit die Möglichkeit zum konstruktiven Austausch.

Neueinsteiger können so von bereits etablierten Selbstständigen lernen, sich vernetzen und gemeinsam Projekte anstoßen — seien sie beruflicher, ehrenamtlicher oder schlichtweg privater Natur. Kreative Prozesse benötigen vielfältige Perspektiven und Gestaltungsfreiräume, welche nicht in isolierter Einzelarbeit möglich sind.

 

Weiterlesen: „Kernanliegen & Raumprogramm“

 


* ecce = european centre for creative economy
** MFKJKS = Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport
*** Vgl. S.8 der Studie