Sarah Kessler

16.09.2020 18:00 - 20:00 Leo:Kneipe
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Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine (Ex-)Partnerin zu töten, jeden dritten Tag gelingt es. Doch in der Regel erfahren diese Fälle nur eine geringe mediale Aufmerksamkeit – ganz im Gegenteil zu den sog. „Ehrenmorden“. Dabei rühren die Taten aus vergleichbarer Motivlage: männliches Besitzdenken, Eifersucht, verletzte Ehre. Kurz gesagt: aus dem Patriarchat. Der Kriminalroman Epizentrum widmet sich diesem Konflikt. Dabei stehen vor allem die besonderen Herausforderungen weiblicher Selbstbestimmung im Vordergrund: Frida, eine ehrgeizige und junge Staatsanwältin in Berlin Moabit ermittelt nach einem Messerangriff auf eine junge Frau mit türkischem Namen und stößt dabei nicht nur im justiziellen Raum, sondern auch im Privaten auf Vorurteile und an ihre Grenzen. Sabiha wächst im Spagat zwischen Identitätsfragen und den besonderen Herausforderungen von Westberlin der 1980er Jahre auf. Die Freiheitskonzepte der beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Ihre Wege kreuzen sich, als Sabihas Tochter wenige Tage nachdem sie ein vergilbtes Foto gefunden hat, das sie auf ein dunkles Familiengeheimnis stoßen lässt, Opfer des Messerangriffs wird, in dem Frida ermittelt. Anschließend folgt eine Diskussionsrunde, die sich der Frage widmet, was das Patriarchat damit zu tun hat, wie wir (heute) Beziehungen führen.