Let it B-Side : Die Inhalte der Ausstellung

Zum Nachlesen haben wir hier noch einmal die Banner der Ausstellung zusammengetragen, auf denen unser Anliegen knapp erläutert wird. Falls ihr mehr über das Projekt erfahren oder euch einbinden möchtet, so schreibt uns einfach eine kurze mail.


MÜNSTERS HERAUSFORDERUNG

01_Münsters Herausforderung

Münster wächst und wächst, 300.000 Menschen leben heute in unserer Stadt. Das ist grandios, aber bringt auch Probleme. Der Immobilienmarkt verschärft sich. Was passiert mit den vielen motivierten Menschen, welche Universität, Kunstakademie, Fachhochschule und Betriebe Jahr für Jahr ausbilden? Wie können sie mit ihren Ideen in Münster gehalten werden? Atelier- und Gewerbeflächen für GründerInnen und Absolventen gibt es kaum. Zentrumsnah? Bezahlbar? Austausch mit anderen? Fehlanzeige.


MÜNSTERS HAFEN

02_MÜNSTERS HAFEN

Das Gesicht von Münsters Hafen verändert sich in rasendem Tempo. Aus dem alten angestaubten Industriequartier ist innerhalb weniger Jahre ein beliebtes Wohn- und Ausgehviertel mit Cafés, Kneipen, Restaurants und Clubs geworden.
Viele Gebäude wurden verkauft, saniert, hergerichtet. Statt alten Hafen-Speichern dominieren an vielen Stellen mittlerweile funktionale Bürogebäude und die alte Bausubstanz weicht nach und nach modernen Prestigebauten. Mit ihr weichen oft die Kulturschaffenden, die zur Zeit noch alte Gebäude wie die Osmo-Hallen und die B-Side zwischennutzen. Wir wollen verhindern, dass diese Kreativen endgültig von Münsters „Kreativkai“ verdrängt werden.

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Die B-Side am Mittelhafen – im Herzen der Dirty Side (Isometrie : Atelier SO)

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Der Münsteraner Hafen Anfang der 90er Jahre. (Fotos: privat)

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Der Münsteraner Hafen Anfang der 90er Jahre. (Fotos: privat)


DAS HAFENFORUM

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Der lange Streit um das Hafencenter hat Anwohnerschaft und Politik gespalten. Viele Menschen sind gegen die Planungen für einen dritten und vierten Supermarkt am Hansaring und gegen weitere teure Eigentumswohnungen. Sie wünschen sich weniger Verkehr, mehr öffentliche Freiflächen und sozialen Wohnungsbau. Beim städtischen „Hafenforum“ sollten 2010 die AnwohnerInnen zu Wort kommen und ihre Vorstellungen einbringen können. Wirklich zufrieden war am Ende kaum jemand.

Die Südseite des Hafens findet im Hafen-Masterplan bisher kaum Berücksichtigung. Das Hafenforum kam dennoch zu folgendem Ergebnis:

Etabliert werden könnten auf der Südseite ein sozio-kulturelles Zentrum, sowie kreatives, ökologisches und innovatives Gewerbe.
(Bilanz 31. Mai 2011)

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Auszug aus der Bilanz des Hafenforums, welches sich nur latent mit dem Mittelhafen beschäftigte, jedoch Bereits den Wunsch der Bürgerschaft nach einem sozio-kulturellem Zentrum, sowie ökologischem, innovativem und kreativem Gewerbe festhielt.


DIE B-SIDE

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Der Hill-Speicher ist schon seit vielen Jahren ein Haus der Kultur: Ausstellungen, Poetry Slams, Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen, Kurzfilme. In der B-Side können Münsteraner KünstlerInnen seit fünf Jahren ihre Arbeit präsentieren. Immer gab es ein großes, aufmerksames Publikum und viel Vergnügen. Besonders gut kam im Jahr 2014 die Veranstaltung RAUMFORMEN an. Hier tummelten sich im Laufe einer Woche ca. 2.000 BesucherInnen in der B-Side.


UNSER VORHABEN

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Wir möchten die B-Side als Freiraum für Kunst und Kultur erhalten – selbstverwaltet und gemeinnützig! Wir schaffen günstige Gewerbeflächen für Kreative und Kulturschaffende. Sie sollen einen Raum vorfinden, den sie mitgestalten können. Kooperationen, gegenseitige Hilfestellung – die B-Side lebt vom Miteinander. Co-Working ist ein gutes Konzept, um GründerInnen aus der Kreativwirtschaft den schwierigen Start in die Selbstständigkeit zu erleichtern. So profitiert auch der „Kreativkai“ und bleibt lebendig.


DER HILL-SPEICHER

06_DER HILL-SPEICHER

Das Gebäude soll in altem Glanz erstrahlen. Dazu werden wir den Speicher grundsanieren und umbauen. Es wird hier weiterhin öffentlich nutzbare Ausstellungs- und Veranstaltungsräume geben. Kreative sollen bei uns auf über 2000 qm bezahlbare Gemeinschaftsateliers finden. Diese werden als Einzelbüros, Gemeinschaftsateliers und Co-Working- Arbeitsflächen angeboten. Außerdem sollen im Keller Proberäume eingerichtet werden. Im Erdgeschoss findet der Ruderverein Münster ein neues Zuhause.

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Die Mauern des Hill-Speichers (Explosions-Isometrie: Atelier SO)

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Ein Innenhof unter dem Gerüst der Leichtbauhalle des Speichers? (Visualisierung: Atelier SO)


07_DIE FINANZIERUNG

Die B-SIDE soll allen und niemandem gehören. Zusammen mit dem Mietshäusersyndikat Freiburg möchten wir sie deshalb in ein gemeinschaftlich verwaltetes Gemeineigentum überführen („entprivatisieren“).

In den vergangenen 20 Jahren wurde das Konzept des Mietshäusersyndikats in Deutschland über 100 Mal erfolgreich umgesetzt (www.syndikat.org). Die Finanzierung erfolgt durch verzinste Direktkredite (Nachrandarlehen) von lokalen UnterstützerInnen, Förderkredite und Bankdarlehen. Mit den Mieteinnahmen werden nur die Kredite bedient und in die Instandhaltung des Gebäudes investiert, aber keine Profite erwirtschaftet.

So wollen wir erreichen, dass auch in der Zukunft die Mieten wenn überhaupt nur moderat steigen, dadurch bezahlbar bleiben und dass die öffentlichen Räume für Veranstaltungen und Ausstellungen sich möglichst günstig tragen lassen.

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Erläuternde Grafik zur Funktionsweise des Mietshäusersyndikats-Modells, welches von der B-Side angestrebt wird.


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Termin der entscheidenden Ratssitzung, bei welcher über die zukünftige Nutzung des Hill-Speichers abgestimmt wird.