Schwarmfinanzierung

 


Wie funktioniert das Finanzierungsmodell der B-Side?


 

2021 soll am Münsteraner Hafen ein neues Kulturzentrum eröffnen! Dafür muss der Hill-Speicher umgebaut und saniert werden. Die hohe Investitionssumme, die erforderlich ist um das historische Lagergebäude in Schuss zu bringen, macht es fast unmöglich, bezahlbare Mieten und ein nicht-kommerzielles Hausprogramm zu verwirklichen. Denn Umbau und Sanierung kosten die B-Side ca. 5 Millionen Euro!

Um ein vielfältiges, gemeinwohlorientiertes Kulturzentrum mit bezahlbaren Räumen möglich zu machen, will die B-Side deshalb den Großteil ihrer Investitionskosten mit öffentlichen Mitteln finanzieren. Deswegen befindet sich das Projekt seit 2016 in der Qualifizierungsphase für Landesmittel aus der Städtebauförderung. Ein arbeitsintensiver Prozess für das gesamte B-Side-Kollektiv, der hoffentlich zum Erfolg führt! Denn wenn sich die B-Side für diese Förderung qualifiziert, werden 70% ihrer Investitionskosten mit öffentlichen Mitteln gedeckt (60% vom Land NRW und mindestens 10% von der Stadt Münster). Über die Genehmigung des alles entscheidenden Förderantrags bestimmt der Beirat des Landes NRW im November 2018.

Die B-Side hat sehr gute Chancen, diese unentbehrlichen Landesmittel zu bekommen. Doch eine Voraussetzung für die Förderung ist, dass sie die verbleibenden 30% ihrer Investitionskosten selbst aufbringt. Das gelingt teilweise über bauliche Selbsthilfe, Geld- und Sachspenden. Aber ein (möglichst geringer) Teil dieser 30% soll über einen Bankkredit finanziert werden. Den bekommt die B-Side jedoch nur, wenn sie der Bank einen gewissen Betrag an Eigenkapital vorweist. Dieses Eigenkapital leiht sie sich bei den Münsteraner*innen in Form von verzinsten Direktkrediten.

 

 

 


Was sind Direktkredite?


 

Ein Direktkredit ist ein Geldbetrag, den eine Privatperson oder eine Organisation der B-Side direkt leiht, ohne den Umweg über eine Bank. Über eine Schwarmfinanzierung mit dieser Anlageform will die B-Side 500.000 Euro einwerben. Sie dienen als Eigenkapital für einen Bankkredit, der die Finanzierung des Projekts sichert.

Direktkredite bei der B-Side sind mit bis zu 1,5% p.A. verzinst. Zurückgezahlt werden sie über die laufenden Mieteinnahmen des Projekts. Die Kreditkonditionen können zudem im Detail flexibel zwischen B-Side und Direktkredit-Geber*in abgestimmt werden:

  • Minimale Darlehenssumme: 1000 Euro
  • Minimale Laufzeit: 12 Monate
  • Befristete Darlehen mit festen Laufzeiten sind möglich
  • Bei unbefristeten Darlehen beträgt die Kündigungsfrist mindestens 4 Monate
  • Eine Kündigung wird immer zum 31.12. des Kalenderjahres wirksam
  • Die jährlichen Zinsen können zwischen 0% und 1,5% in 0,1%-Schritten frei gewählt werden
  • Mit einem möglichst niedrigen Zinssatz unterstützt du die B-Side zusätzlich

Die Absichtserklärung über einen Direktkredit an die B-Side findet sich HIER

 


Warum braucht die B-Side Direktkredite?


 

Die Direktkredite halten alle anderen Finanzbausteine der B-Side zusammen! Ohne Zusagen über Direktkredite in Höhe von 500.000 Euro bekommt die B-Side keinen Bankkredit und damit auch keine Zusage über die angestrebte Landesförderung, die 70% ihrer Investitionskosten decken soll.

Direktkredite in Höhe von 350.000 Euro haben die Münsteraner*innen schon in Form vom Absichtserklärungen zugesichert (Stand Mai 2018). Bis Ende September 2018 müssen die noch fehlenden 150.000 Euro zusammenkommen, um das Projekt überhaupt möglich zu machen. Natürlich wird das Geld nur eingesetzt, wenn die B-Side die angestrebte Landesförderung auch bekommt, dies sichern wir rechtsverbindlich zu. Aber damit am Münsteraner Hafen ein neues Kulturzentrum entstehen kann, muss die B-Side dem Beirat des Landes NRW nachweisen, dass die Münsteraner*innen bereit sind, insgesamt 500.000 Euro anzulegen. Dazu muss die gesamte Summe im November 2018 vertraglich zugesichert sein.

 


Was hat der oder die Direktkreditgeber*in davon?


 

Ein Direktkredit an die B-Side lohnt sich sowohl ideell als auch finanziell. Er bietet die Möglichkeit, sinnvoll und wirksam in den eigenen Ort und die eigene Gemeinschaft zu investieren, statt in anonyme und oft unethische Fonds. Der Wandel, der dadurch angestoßen wird ist erlebbar. Denn während bei anderen Anlageformen oft nicht transparent ist, was mit dem eigenen Geld finanziert wird, hat ein Direktkredit für die B-Side unmittelbar sichtbare, positive Folgen für das eigene Lebensumfeld. Er unterstützt auf direktem Wege ein Kulturzentrum, das dem Hafen neues Leben einhaucht. Einen Ort, der nachhaltiges und gemeinschaftliches Leben und Arbeiten in Münster fördert, eine Plattform für gemeinwohlorientierte Projekte auf Quartiers- und Stadtebene schafft und dauerhaft günstigen Werkraum sichert. Ein lokales Gemeinschaftsprojekt, von dem jede/r Direktkreditgeber*in unmittelbar profitieren kann! Unabhängig von dieser „Sozialrendite“ ist ein Direktkredit auch mit bis zu 1,5% p.a. verzinst.

 


Welche Risiken hat diese Anlageform?


 

Kommt es zu keiner Förderzusage, wird das Geld nicht in Anspruch genommen und zeitnah in voller Höhe zurück überwiesen. In diesen Fall ist es der B-Side (g)GmbH leider nicht möglich, Zinsen auszuzahlen, da das Projekt ohne öffentliche Mittel nicht realisiert wird und keine Gewinne erwirtschaften kann.

Kommt es zu einer Förderzusage, werden Darlehen und Zinsen über die Mieteinnahmen und den Kulturbetrieb refinanziert. Mieteinnahmen sind in der Regel eine stabile Einnahmequelle, gerade in Münster, wo bezahlbarer Raum knapp ist und Leerstände unwahrscheinlich sind. Im Rahmen der angestrebten Landesförderung wird die B-Side schon länger professionell begleitet, ihre Geschäftspläne und ihre architektonische Planung werden von Expert*innen des Landes und aus der Wirtschaft auf Herz und Nieren geprüft. Das gibt natürlich Sicherheit.

Aber damit die B-Side private Darlehen aufnehmen kann und die Bank diese als Eigenkapital akzeptiert, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Das bedeutet, dass die Bank die Immobilie als Sicherheit erhält, während die Direktkreditgeber*innen nachrangig bedient werden: Im Fall einer Insolvenz oder Liquidation des Projekts erhält zuerst die Bank ihr Geld zurück. Auch andere Gläubiger werden bedient, bevor die privaten Kreditgeber*innen ausbezahlt werden. Im schlimmsten Fall kann das bedeuten, dass ein Darlehen nicht oder nur teilweise zurückgezahlt werden kann.

Darüber hinaus ist eine Rückzahlung des Direktkredits oder eine Auszahlung der Zinsen nicht möglich, wenn dadurch das Projekt zahlungsunfähig würde. Bis zur Tilgung des Bankdarlehens muss die B-Side stetig umschulden, sobald Direktkreditverträge auslaufen. Auch im Sinne aller anderen Direktkreditgeber*innen kann es bei der Rückzahlung zu Verzögerungen kommen, wenn zeitweise keine neuen Direktkredite angelegt werden. Natürlich wird alles getan, um eine solche Situation zu vermeiden.

Aufgrund der Änderung des Vermögensanlagegesetzes sind wir verpflichtet, an dieser Stelle auf Folgendes hinzuweisen:

Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des ein-gesetzten Vermögens führen. Für die Vermögensanlage wurde kein von der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) gebilligter Verkaufsprospekt erstellt. Weitergehende Informationen erhält der Anleger unmittelbar vom Anbieter oder Emittenten der Vermögensanlage. Aus rechtlichen Gründen müssen wir innerhalb eines Geschäftsjahres den Abschluss von Nachrangdarlehen auf eine Gesamthöhe von insgesamt maximal 100.000 € pro Darlehensprodukt begrenzen.

 


Wie sage ich der B-Side einen Direktkredit zu und wie geht es dann weiter?


 

Die Zusage über einen Direktkredit erfolgt in Form einer Absichtserklärung, bei der Direktkreditgeber*innen die Höhe des Betrags, die Höhe der gewünschten Verzinsung und die Laufzeit ihres Direktkredits angeben. Sie sind rechtlich nicht verbindlich; Änderungen sind also noch möglich. Aber damit das Projekt eine möglichst verlässliche Planungsgrundlage hat, sollten die Angaben unbedingt realistisch und ernsthaft sein. Die Absichtserklärung kann HIER heruntergeladen, interaktiv ausgefüllt und ausgedruckt an uns zurück geschickt werden (per Post oder per E-Mail):

Vor der Entscheidung des Landes NRW über die Förderzusage im November 2018 erhält jede/r Unterzeichner*in einer Absichtserklärung einen verbindlichen Direktkreditvertrag zur Signierung. Dieser wird dann von der B-Side (g)GmbH gegengezeichnet und ist damit rechtskräftig. Ab diesem Zeitpunkt werden die Kredite eingezogen. Wird der Förderantrag angenommen, wird ab 2019 umgebaut und saniert; und 2021 ein neues Kulturzentrum mit Hafenblick eröffnet!

 


Noch Fragen?


 

Du überlegst, einen Direktkredit bei der B-Side anzulegen? Großartig! Dann würden wir uns freuen, dir das Projekt noch einmal persönlich zu erklären und dir den Speicher zu zeigen, damit du siehst, welches Potenzial in diesen alten Mauern steckt. Komm uns gerne auf einen Kaffee oder ein Bierchen am Hafen besuchen oder kontaktiere uns einfach unter direktkredite@b-side.ms, um einen Termin zu vereinbaren. Wenn du dir schon sicher bist und keine Fragen mehr hast: das Formular für eine Zusage für einen Direktkredit findest du HIER.

In der B-Side (am Mittelhafen 42, Münster) finden regelmäßig Info-Termine zum Thema statt: