Das Hausprojekt

Die B-Side soll das laut pochende Herz des kulturellen Lebens am Münsteraner Hafen und im Hansaviertel werden. Der offene B-Side Kultur e.V. entwickelt und veranstaltet die gemeinnützigen Projektbausteine im entstehenden soziokulturellen Quartierszentrum.

Im Hill-Speicher, einem der ältesten noch stehenden Gebäude am Hafen, entsteht auf über 2500m² Nutzfläche Raum für Kunst und Kreativität, für Experimente im Kopf wie an der Werkbank, für Bewegung und Achtsamkeit, Theater und Musik, zum Lernen und Kennenlernen, zum soziokulturellen Feiern und für Bildungsprojekte und Debatten: Beispielsweise über die Entwicklung von Kultur, bürgerschaftlichem Engagement und demokratischer Beteiligung in unserer Stadt und über nachhaltige, gemeinnützige Lösungen für die Gesellschaft von morgen.

Projektbausteine

Der B-Side Kultur e.V. wurde im September 2016 im Rahmen der Bottom-Up Bewegung „B-Side“ im ehemaligen Hill-Speicher am Stadthafen I in Münster gegründet. Für dieses Gebäude erarbeitet der Verein im Rahmen einer Städtebauförderung des Landes NRW das Nutzungs- und Betriebskonzept für die gemeinnützige Nutzung des entstehenden soziokulturellen Quartierszentrums. Im März 2020 sagte das Land NRW 4,5 Mio. Euro Förderung für die Sanierung dieses erhaltenswerten hafentypischen Gebäudes zum Zwecke der Entstehung einer Gemeinbedarfseinrichtung zu. Auch die Stadt Münster hat 3 Mio. Euro Haushaltsmittel eingestellt zur Deckung des kommunalen Eigenanteils.

Auf über 2.500 m² Nutzfläche sollen vor allem voll ausgestattete kulturelle Freiräume entstehen, die dem B-Side Kultur e.V., anderen zivilgesellschaftliche Initiativen und weiteren Bildungs- und Kulturschaffenden zur Nutzung zur Verfügung stehen.

Nach Sanierung und Umbau kann das hundertjährige Speichergebäude (voraussichtlich) 2022 in saniertem Gewand seine Pforten öffnen und hat dann Einiges zu bieten: .

Ein Veranstaltungsraum (ca. 200m², ca. 200 Sitzplätze oder 400 Stehplätze) für Konzerte, Theater, Kongresse, Podiumsdiskussionen, künstlerische und bildende Workshops, Ehrenamtsmessen, Kunstfilmvorführungen.

Eine Ausstellungsfläche (ca. 100m², erweiterbar ins Quartierswohnzimmer oder in den Essbereich) für Kultur- und Bildungsausstellungen.

Drei Gruppenräume (zwischen 25 und 70m²) für die Nutzung durch den offenen B-Side Kultur e.V. und andere soziale Initiativen (Plena, Bildungsvorträge, ...).

Offene Werkstätten (ca. 180m²) mit Holz-, Metall- und Multifunktionsbereichen für handwerkliche Bildungskurse, Vorbereitung von Kunstprojekten und die offene Nutzung durch das Quartier und die Allgemeinheit

Ein Bewegungsraum (ca. 110m²) für niedrigschwellige soziokulturelle Bewegungs-, Achtsamkeits- und Gesundheitskurse (wie Yoga, (Klang-)Meditation, Tanz), die durch die mit ihnen erzielte Stressreduktion zur Förderung langfristigen bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger Zwecke beitragen wird sowie durch Achtsamkeits- und Nachhaltigkeitskonzepte auch umweltschützendere Verhaltensweisen vermitteln können. Auch Theaterproben und Gesprächskreise können hier stattfinden.

Eine Haus- und Allmende-Küche (ca. 110m²), die der Ermöglichung eines langfristigen Aufenthalts im Kulturzentrum und einer intensiven Beschäftigung mit der Kultur und Bildung im Haus dient. Der Allmende-Bereich kann auch vom B-Side Kultur e.V. und anderen Initiativen für Bildungs- und Umweltschutzprojekte wie Food-Saving-Kochkurse mit Nachhaltigkeitsvermittlung oder auch für ihre Plenumsessen-Zubereitung genutzt werden.

Ein offenes Quartiers-Wohnzimmer (ca. 150m²) mit angebundener Dachterrasse (ca. 520m²) lädt ohne Konsumzwang zu Begegnung und kreativem Austausch mit Kulturschaffenden, Nachbar:innen und anderen Besucher:innen ein.

Außerdem entstehen gemeinschaftliche Arbeitsräume für Kreatives und Soziales:

Gemeinschaftsateliers für Künstler:innen

Vier Proberäume (zwischen 20 und 30m²)

Ein Tonstudio (ca. 70m²)

Co-Working Büros für soziale Initiativen

Ein Soziallabor (ca. 120m²) und eine Siebdruckerei komplettieren die Angebote dieses Gewächshauses der Ideen.

In diesen Werkräumen für Kreatives und Soziales entstehen auch Kunst-, Kultur- und Bildungsbeiträge für die gemeinnützigen Veranstaltungen des B-Side Kultur e.V.

Der offene B-Side Kultur e.V. plant und veranstaltet ausschließlich die gemeinnützigen Bestandteile des entstehenden soziokulturellen Quartierszentrum. Fragen? kultur@b-side.ms

Fragen zu allen anderen Projektbausteinen können an info@b-side.ms gestellt werden.

Zeitschiene

Der Bauantrag zur Sanierung des Hill-Speichers wurde Mitte 2019 eingereicht.

Der kommunale Finanzierungsanteil wurde im Dezember 2019 in den Haushalt eingestellt. Die Landesfördermittel wurden im März 2020 in den Haushalt eingestellt.

Der Rat der Stadt Münster will im Juni eine Vorlage zum aktuellen (durch die Verwaltung einseitig geänderten) Stand des Projektes beschließen. Wichtig für den B-Side Kultur e.V. sind der abgesicherte langfristige Zugriff auf das Gebäude, die programmatische Freiheit und Selbstverwaltung (von allen für alle), die Beachtung der gemeinnützigen Interessen im Bauverlauf und Unterstützung durch die Stadt.

Die Baugenehmigung wird im Laufe des Sommers erwartet. Anschließend kann der Bewilligungsbescheid ausgestellt werden und die Fördermittel abgerufen werden.

Ab September 2020 werden die Leistungsphasen 5 bis 7 erfolgen (Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe).

Im Frühjahr 2021 sollen Sanierung und Umbau beginnen.

Im Herbst 2022 soll das soziokulturelle Zentrum B-Side dann eröffnen.

Fragen zum Bauvorhaben, Verhandlungsstand mit der Stadt Münster, Direktkrediten?
info@b-side.ms

Historie

Der B-Side Kultur e.V. baut auf einer nicht-kommerziellen, subkulturellen Kreativ-Initiative auf, die während einer Zwischennutzung des „Hill-Speichers“ am Stadthafen I in Münster Platz für Kunst, Kultur und Bildungsthemen bot. Diese erste B-Side Initiative erschloss 2010 nach Jahren kreativer Nutzung in den beiden Obergeschossen ungenutzte Teile des Erdgeschosses für Ausstellungen und Veranstaltungen regionaler und (inter-)nationaler Künstlerinnen unterschiedlichster Ausrichtung. Ihre interdisziplinäre Kulturarbeit und der Austausch zwischen den Künstler:innen, Kreativen und Besucher:innen prägten
den Ort und gaben ihm einen ganz eigenen, offenen und freien Charakter.

Die lokale Kulturszene eignete sich den Raum nach und nach an und begann sich mit dem Ort zu identifizieren. Doch sollte dem „Hill-Speicher“ nach Ablauf des früheren Erbbaurechtsvertrags ein Teilabriss und die Errichtung eines hochwertigen Bürokomplexes drohen, woraufhin das gewachsene Kollektiv reagierte. Man wollte erreichen, dass kulturelle Freiräume erhalten bleiben und dafür verhindern, dass der „Hill-Speicher“ ähnlich dem restlichen Stadthafen einer rein renditeorientierten Verwertung zukommt, sowie sich der Gentrifizierung des Hansa-/ Hafenviertels im Allgemeinen und der Verdrängung der lokalen Kreativ- und Kulturszene im Speziellen entgegenstellen, so dass der Allgemeinheit ein niedrigschwelliger Ort für die Wahrnehmung und Mitwirkung an Kunst und Kultur erhalten bleibt.

Mit ihrem Konzept für eine neue B-Side trat dieses Kollektiv an einige Fraktionen des Münsteraner Stadtrats heran, wo man bald auf offene Ohren stieß. In 2016 konnte die Initiative die Qualifizierungsphase eines Städtebau-Förderprogramms des Landes NRW beginnen und sich seit Dezember des Jahres auch auf einen zustimmenden Ratsbeschluss der Stadt Münster berufen. Seitdem finden regelmäßig Lenkungskreise statt, bei denen die B-Side zusammen mit Vertreter:innen des Rudervereins, des Landes, der Stadtverwaltung, der WFM, der LAG Soziokultur und des Planungsbüros assmann die Projektentwicklung vorantreibt.

Der B-Side Kultur e.V. bildet in diesem zivilgesellschaftlichen Städtebauprojekt, welches den Aufbau und die Etablierung einer Gemeinbedarfseinrichtung im Sinne eines soziokulturellen Quartierszentrums im Hansa-/Hafenviertel zum Ziel hat, die offenen Strukturen zu ehrenamtlichen Engagement und basisdemokratischer Bürgerbeteiligung für Kunst, Kultur und Bildung. Der B-Side Kultur e.V. ist selbst Akteur in der lokalen Kreativ- und Kulturszene. Er vertritt in der Projektentwicklung des B-Side Projekts die Forderung nach Erhalt des kulturellen Freiraums, der in der B-Side seit langem organisch gewachsen war und einen nicht-kommerziellen, partizipativen Ort für verschiedenste Kunstformen, gemeinnützige Stadtgestaltungsüberlegungen und Begegnungen darstellt und plant die Kultur- und Bildungs-Veranstaltungen der Zukunft. Ein zentrales Anliegen ist dabei, dass das gesamte Projekt keine privatwirtschaftliche Rendite erwirtschaftet, sondern selbstlos ggf. vorhandene Gewinne in das Projekt reinvestiert werden. Die "Schwester-Körperschaften" des B-Side Kultur e.V. in diesem Projekt sind der B-Side e.V. und die B-Side GmbH.  Diese kümmern sich um den Erhalt der gemeinwohlorientierten Nutzungsbausteine wie leistbare Ateliers und Gruppenräume für Kreatives und Soziales, um partizipative Beteiligungsformate in den umliegenden Quartieren und der ganzen Stadt und um die Zurverfügungstellung von Räumen und Infrastruktur für gemeinwohlorientierte Projekte der Allgemeinheit.

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